Mahnung zur Versöhnung - Volkstrauertag begangen (21.11.2017)

Volkstrauertag

Foto: Bürgermeister Alfons Neumeier bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal, hinten links die Geistlichkeit mit Pfarrer Dr.Raphael Mabaka und Pfarrer i.R.Ludwig Bumes.

Salching.(jb) Der Feier zum Volkstrauertag, am Sonntag in der Gemeinde Salching, ging ein Gottesdienst in der Filialkirche Salching voraus, der von Pfarrer Dr.Raphael Mabaka zelebriert wurde. Der Männerchor der Pfarrei, unter der Leitung von Wolfgang Krinner sang dazu die „Zöpfl-Messe“, an der Orgel begleitet von Gerhard Schormann. „Der Volkstrauertag, ein Gedenktag für die Gefallenen und Vermissten, erinnert uns an die Leiden die bis heute andauern und lenkt unseren Blick auf die zahlreichen Krisenherde unserer Zeit“, sagte Dr.Mabaka in seiner Predigt. Darüber hinaus mahne uns dieser Tag zu Frieden und Versöhnung. Dafür sollen wir eintreten, mit allen unseren Talenten, wie es Gott der Herr von uns verlangt, ermahnte der Prediger. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Kirchenbesucher am nebenan gelegenen Kriegerdenkmal  zu einer Gedenkfeier.

 

Dabei bildeten die Ehrenwachen der Bundeswehr und die Ortsvereine mit ihren Fahnen einen würdigen Rahmen. Die Patenkompanie der Gemeinde Salching war vertreten durch Hauptmann Otto Koczwara und Oberstabsfeldwebel Günter Hahn. Auf die Gebete des Priesters und das gemeinsame Vaterunser folgte die Ansprache des Bürgermeisters Alfons Neumeier. „Weil die Toten schweigen, beginnt alles immer wieder von vorn“, zitierte der Bürgermeister den französischen Philosophen Gabriel Marcel, der beide Weltkriege erlebt hatte und ein Vergessen befürchtete. Damit die Toten nicht schweigen, so der Bürgermeister, haben wir in Deutschland den Volkstrauertag geschaffen. Zum Volkstrauertag gehöre es auch daran zu erinnern, dass mitten unter uns immer noch viele Opfer  von Krieg du Gewalt leben. Auch heute noch gehören für Millionen von Menschen Hass und Gewalt, Terror und Krieg zum Alltag.“ Am Volkstrauertag erinnern wir auch an die Opfer von heute. Und deshalb sei es wichtig, dass der Volkstrauertag auch heute die Menschen erreicht. Deshalb müssen wir uns fragen, wie wir das Gedenken an die nachwachsenden Generationen weitergeben können. Denn auch die Jüngeren geht unsere Geschichte etwas an. „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird“, sagte der damalige Bundespräsident Richard von Weizäcker 1985 in seiner Rede zum 8.Mai.

 

Der Volkstrauertag sei nicht nur ein Tag der trauernden Erinnerung, er fordere dazu auf, sich damit auseinander zu setzen, was während der beiden Weltkriege und der NS-Herrschaft an Gewalt und Unmenschlichkeit geschehen ist und was heute Entsetzliches geschehe. Der Volkstrauertag sei gerade heute hochaktuell. „ In ehrendem Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt lege ich in Ehrfurcht und als Zeichen der Trauer und des Gedenkens einen Kranz nieder. Möge der Volkstrauertag zu einem Volksfriedenstag werden“, sagte der Bürgermeister zum Schluss. Während die Blaskapelle das Lied vom guten Kameraden intonierte, legte der Bürgermester am Ehrenmal einen Kranz nieder. Mit der Bayernhymne und der Nationalhymne ging die Gedenkfeier zu Ende.

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