Frieden unschätzbar hohes Gut - Vorgezogenen Volkstrauertag würdig begangen (06.11.2016)

Volkstrauertag Geltolfing

Geltolfing. Am Sonntag hat die Gemeinde Aiterhofen in Geltolfing am neuen Standort des Kriegerdenkmals anlässlich des vorgezogenen Volkstrauertrages der Kriegsopfer gedacht. Alle Geltolfinger Vereine und viele Kirchenbesucher, Vertreter der Bundeswehr mit Hauptmann Ulrich Gold an der Spitze, Bürgermeister Manfred Krä und Vizebürgermeister Manfred Engl sowie die Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft Geltolfing mit Vorsitzenden Georg Haslbeck als Organisator, nahmen am Trauerakt teil. Nach dem Kirchenzug wurde in der Getolfinger Pfarrkirche Peter und Paul ein Gedenkgottesdienst gefeiert der von Pfarrer Johann Christian Rahm zelebriert und von der Musikkapelle mit der Schubertmesse mitgestaltet wurde. Der Geistlich rief in seinen einleitenden Worten dazu auf, dass jeder im Kleinen, gleich an welcher Stelle, für ein friedliches Miteinander eintreten sollte. Nach dem Gottesdienst formierte sich unter Trommelwirbel ein kurzer Schweigemarsch zum neuen Standort des Ehrenmals. Ortspfarrer Johann Christian Rahm erinnerte an die Opfer der Kriege und sprach die Segensgebete. Bürgermeister Manfred Krä führte in seiner Ansprache aus, dass die Bereitschaft um die Opfer von Krieg- und Gewaltherrschaft zu trauern, ein absolut untrennbarer Teil der Würde des Menschen sei.

Der Volkstrauertag als öffentliche Veranstaltung habe den Sinn, den Opfern der unheilvollen Kriege des letzten Jahrhunderts immer wieder zu gedenken, sei aber alljährlich auch ein Tag der Mahnung und ein Aufruf für ein friedliches Miteinander. Angesichts der schrecklichen Ereignisse an vielen Brennpunkten dieser Welt wird uns das damit verbundene Leid über unsere Medien ständig vor Augen geführt. Es sei uns wenig bewusst, dass es in der Gegenwart weltweit in 25 Ländern Kriege- Bürgerkriege und kriegsähnliche Handlungen sowie Unruhen gibt. Ganz aktuell herrscht in Syrien bereits seit 5 Jahren ein grausamer Bürgerkrieg, wo in blutigen Auseinandersetzungen tagtäglich unschuldige Menschen ihr Leben verlieren, wo ganze Städte in Schutt und Asche gelegt werden und massenweise Männer und Frauen sowie Kinder aus ihrer Heimat flüchten müssen. Aufgrund von Kriegshandlungen sowie menschenunwürdiger Zustände und Hungersnöten seien derzeit nach aktuellen Schätzungen weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht.

 

Eine herausragende Aufgabe der Staatengemeinschaft der friedlichen Länder sei es, alles zu tun, um ein Ende der unsäglichen Kriegshandlungen zu erreichen oder diese zumindest einzudämmen um für die Menschen in ihren Heimatländern Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen. Wir haben das große Glück so Krä, ein wichtiger Teil der europäischen Staatengemeinschaft zu sein, die sich trotz vieler Unzulänglichkeiten, von einem Kontinent der Kriege zu einer Friedensunion mit relativer Stabilität entwickelt hat. In einer friedlichen, freiheitlichen Gesellschaft leben zu können, sei ein sehr hohes und unschätzbares Gut was von vielen in unserer Gesellschaft inzwischen als eine Selbstverständlichkeit gesehen wird. Die Gesellschaft muss aber auch zu der Erkenntnis kommen, dass uns der Frieden nicht geschenkt wird, sondern unsere Freiheit in Frieden auch ständig gewissen Bedrohungen ausgesetzt ist. Um dieses hohe Gut für unsere nachfolgenden Generationen zu erhalten, sollte es uns eine immerwährende Verpflichtung sein, für eine Gesellschaft einzutreten, die von gegenseitiger Achtung, Humanität und Toleranz geprägt ist.

 

Als äußeres Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern von Krieg- und Gewaltherrschaft legte Bürgermeister Manfred Krä im Namen der Gemeinde an der Gedenkstätte einen Kranz nieder. Zum Schluss der Gedenkfeier intonierte die Musikkapelle das Lied vom guten Kameraden sowie die Deutschlandhymne während Böllerschüsse durch den Ort hallten und die Fahnen der Vereine sich senkten.