Im Herbst geht neues Schöpfwerk in Betrieb - Viele Bürger interessiert die Baustelle zum Hochwasserschutz – Führung durch Fachleute (21.05.2016)

Im Herbst geht neues Schöpfwerk in Betrieb - Viele Bürger interessiert die Baustelle zum Hochwasserschutz – Führung durch Fachleute

Während dunkle Regenwolken aufzogen, ließen sich zahlreiche Bürger den Hochwasserschutz und das neue Schöpfwerk erläutern (vorne von links): Bürgermeister Manfred Krä, stellvertretende Landrätin Barbara Unger und Landrat a. D. Alfred Reisinger. (Foto: en)

 

Im Herbst geht neues Schöpfwerk in Betrieb

Viele Bürger interessiert die Baustelle zum Hochwasserschutz – Führung durch Fachleute

 

Ainbrach. (en) Auf großes Interesse ist die Besichtigung der Baustelle für den Hochwasserschutz zwischen den Ortschaften Hermannsdorf und Ainbrach gestoßen, die der CSU-Ortsverband Aiterhofen organisierte. Rund 40 Teilnehmer ließen sich am Donnerstag von den Mitarbeitern des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf und der RMD Wasserstraßen GmbH über den derzeitigen Stand der Bauarbeiten informieren.

  1. Baumgartner von der RMD Wasserstraßen GmbH zeigte zunächst anhand von Plänen die Bedeutung des derzeitigen Bauabschnittes zwischen Hermannsdorf und Ainbrach für den gesamten Polder Sand/Entau auf. Dieser erstreckt sich rechts der Donau auf einer Länge von rund zehn Kilometern zwischen dem Industriegebiet Straubing-Sand und der Ortschaft Irlbach.

Die vorhandenen Hochwasserschutzanlagen wurden in den 1950er-Jahren errichtet und bieten Schutz vor einem etwa 30-jährigen Hochwasserereignis der Donau. Zukünftig sollen die bestehenden Siedlungen und wichtige Infrastruktureinrichtungen vor einem 100-jährigen Hochwasserereignis geschützt und gleichzeitig Hochwasserrückhalteräume geschaffen werden.

 

Hochwasserschutzanlage ausgebaut

Als erster Schritt wurden bereits im Jahr 2004 die Hochwasserschutzanlagen im Ortsbereich Hermannsdorf ausgebaut. Die aktuelle Maßnahme Hermannsdorf – Ainbrach stellt einen weiteren wichtigen Baustein für den Schutz des Polders Sand/Entau dar. Der Hochwasserschutz als Ganzes wird aber erst wirksam, wenn auch die weiteren geplanten Deichabschnitte zwischen dem Industriegebiet Sand und Hermannsdorf sowie zwischen Ainbrach und Irlbach ebenfalls ausgebaut sind.

Bei einem Rundgang durch die Baustelle sahen die Teilnehmer, dass die Bauarbeiten bereits sehr weit fortgeschritten sind. Im Zuge der Baumaßnahme wurde der bestehende Hochwasserschutzdeich erhöht und verbreitert. Dadurch musste auch die Gemeindeverbindungs- sowie Kreisstraße zwischen Hermannsdorf und Ainbrach versetzt und neu errichtet werden. Die vorhandenen Versorgungsleitungen entlang dieser Straße wurden ebenfalls neu verlegt. Die Straße wurde inzwischen fertiggestellt und für den Verkehr offiziell freigegeben.

Im Ortsbereich von Ainbrach erfolgte die Erhöhung des Deiches durch Aufsetzung einer Stahlbetonmauer. Die Deiche wurden mit einer Innendichtung aus Stahlspund- beziehungsweise Erdbetonwänden versehen. Eine Herausforderung sei die Einbringung der Stahlspundwände in den Damm gewesen, da hier immer Rücksicht auf die bestehenden Gebäude in der näheren Umgebung zu nehmen war.

 

Neues Schöpfwerk als Kernstück

Als Kernstück der Baumaßnahme bezeichnete H. Santl von der RMD das neue Schöpfwerk in Ainbrach, das aus Platzgründen an der Stelle des bisherigen Schöpfwerkes aus dem Jahr 1956 mit einer Leistungsfähigkeit von 800 Litern pro Sekunde errichtet werden musste. Das neue Schöpfwerk dient zur Binnenentwässerung im Polder und wird mit zwei Pumpen ausgestattet, die insgesamt eine Leistungsfähigkeit von 3 400 Litern pro Sekunde erbringen. Der Rohbau des Schöpfwerkes ist bereits erstellt. Im Oktober 2016 soll spätestens der Probebetrieb des Schöpfwerkes aufgenommen werden. Erst wenn alles funktioniert, kann das Provisorium, das während der Baumaßnahme vorgehalten wurde, rückgebaut werden.

Die Arbeiten befinden sich nach Angaben der RMD-Vertreter voll im Zeitplan und können bis Ende 2016 abgeschlossen werden. Im Jahr 2017 werden dann nur noch Restarbeiten an den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt. Die veranschlagten Kosten für die Gesamtmaßnahme in Höhe von rund 7,1 Millionen Euro würden nicht überschritten. Die Kosten sind vom Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland zu tragen. Auch die Gemeinde Aiterhofen wird als Donauanlieger an den Baukosten beteiligt. Bürgermeister Manfred Krä betonte die Wichtigkeit der Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Gemeinde Aiterhofen. Die Höhe der Kostenbeteiligung durch die Gemeinde sei aber noch abzuklären.