„Lehrlingsmangel eine Katastrophe“

"Lehrlingsmangel eine Katastrophe"

Wirtschaftsreferent Martin Köck und Landrat Josef Laumer gratulieren Erwin und Angelika Mauerer zum 60-jährigen Firmenjubiläum im Beisein von Salchings Bürgermeister Alfons Neumeier (von links).

Landrat besucht Erwin Mauerer anlässlich des 60-jährigen Firmenjubiläums


Salching. (ta) Welche Probleme eine Handwerksfirma heutzutage hat, Lehrlinge zu finden – das hat Landrat Josef Laumer bei seinem Besuch bei der Firma von Erwin Mauerer in Salching gehört. Der Betrieb, dessen Einsatzgebiet Heizung, Lüftung und Haustechnik heißt, besteht seit 60 Jahren.

Die lobenden Worte des Salchinger Bürgermeisters kamen von Herzen – und sie zeigten, dass die Firma von Erwin Mauerer weit mehr ist als ein normaler Arbeitgeber. „Die Firma Mauerer ist für die Gemeinde Salching eine Institution und auch ein Motor für die Entwicklung der Mitte Salchings. Ohne diese Firma wäre Salching nicht das, was es jetzt ist“, betonte Bürgermeister Alfons Neumeier beim Firmenbesuch von Landrat Josef Laumer.
 
Grund für den Besuch war das 60-jährige Firmenjubiläum. „Wir kommen aber nicht nur zum Gratulieren, sondern wir wollen auch wissen, was das Unternehmen bewegt und was die drängenden Themen sind“, betonte der Landrat. Und da war das Hauptthema schnell gefunden: „Der Lehrlingsmangel im Handwerk ist eine Katastrophe“, sagte Firmen-Chef Erwin Mauerer.

„Auch die Industrie nimmt uns Leute weg“

„Das ist ein Riesenthema. Hinzu kommt, dass uns die Industrie auch die Leute wegnimmt.“ Eltern und Schulen sind der Schlüssel für die Zukunft – da waren sich alle einig. „Wenn man die Beratung mancher Lehrer zum Beispiel an Realschulen sieht, die den Schülern raten, nach dem Abschluss ja nicht zu arbeiten, sondern weiter auf die Schule zu gehen, dann ist das ein Riesenproblem“, machte Erwin Mauerer deutlich. Und seine Frau Angelika ergänzte: „Es muss ein Umdenken stattfinden. Es ist auch entscheidend, mit den Eltern zu reden.“

Gerade Handwerk bietet eine sichere Zukunft

Gerade das Handwerk biete vielfältige Chancen und sei auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Stabilitätsfaktor, der eine sichere Zukunft biete. „Ich denke schon, dass dies mehr und mehr erkannt wird“, sagte Landrat Josef Laumer. „Aber wir müssen hier auch einen deutlichen Wandel in den Köpfen der Lehrer und Eltern erreichen.“
 
Die Anregung von Erwin Mauerer, auch von Landkreisseite das Thema vermehrt an die Schulen zu tragen, nahmen Landrat und Wirtschaftsförderer Martin Köck gerne auf. „Dies geschieht aber auch ohnehin schon“, verdeutlichte Köck und ergänzte: „Mit einem Gesellenbrief ist heute alles möglich. Wer danach noch einen anderen Weg einschlagen will, hat alle Möglichkeiten dafür.“
 
Verstärkt soll bei der zweiten Auflage des Azubibusses des Landkreises in diesem Herbst auch das Handwerk mit eingebaut werden. „Denn wir wollen gestalten und nicht verwalten. So stelle ich mir auch Wirtschaftsförderung vor. Es geht dabei nicht nur um Förderanträge, sondern wir wollen gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft sind, an die Hand nehmen“, machte Landrat Josef Laumer deutlich.
 
Mit einer Vorstellung der Firma mit 22 Angestellten – davon sind sechs Lehrlinge – endete der Betriebsbesuch bei der Firma. „Es war ein gutes Gespräch und ich finde es wichtig, dass man über alles reden kann und sich der Landrat für so einen Termin Zeit nimmt und an praktikablen Lösungen interessiert ist“, resümierte Erwin Mauerer.