Stumme Prediger (20.11.2018)

Stumme Prediger (20.11.2018)

Bürgermeister Alfons Neumeier bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal, im Hintergrund Pfarrer Dr.Raphael Mabaka und die Vertreter der Bundeswehr und der Gemeinde Salching.

Die Feier zum Volkstrauertag in der Gemeinde Salching, am Sonntagvormittag, begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Oberpiebing. Zelebrant war Pfarrer Dr.Raphael Mabaka, es sang der Männerchor unter der Leitung von Wolfgang Krinner, an der Orgel begleitet von Gerhard Schormann. In seiner Predigt sagte der Pfarrer: „Wir begehen heute den Volkstrauertag in Erinnerung an die vielen Menschen, deren Zeit schon abgelaufen ist und deren Leben oft gewaltsam beendet wurde. Der Blick auf das Ende und die Besinnung auf den Tod sollen für uns ein heilsamer Weg sein, der uns hilft, der Feier zum Volkstrauertag eine Tiefe und eine Richtung zu geben. Denn die Zeit ist kurz und wir alle werden vor dem Richterstuhl des Menschensohnes stehen, um Rechenschaft von unserer Zeit hier auf Erden abzulegen“.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Kirchenbesucher an dem nebenan gelegenen Kriegerdenkmal zum Totengedenken. Dabei bildeten die Soldaten der Ehrenwachen und die Vereine mit ihren Fahnen einen würdigen Rahmen. Die Patenkompanie der Gemeinde Salching war vertreten durch Hauptmann Mario Weiss und Oberstabsfeldwebel Günter Hahn. Auf die Gebete des Pfarrers folgte die Ansprache des Bürgermeisters Alfons Neumeier.

Wie so viele Redner in diesen Tagen, erinnerte auch Neumeier an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Die Lebensberichte vom Vater oder Großvater aus persönlicher Erfahrung seien verschwunden, sagte er. Die heutige Jugend erlebe diese Zeit nur noch in Form wissenschaftlich abstrakter Texte aus Schulbüchern. Wir müssen versuchen, auch die Jugend in das Gedenken mit hinein zu nehmen, ja ihnen begreifbar zu machen, dass es beim Volkstrauertag nicht um ein verstaubtes Ritual aus einer fernen Vergangenheit geht. „ Wir erinnern uns heute an die unzähligen Toten der Kriege, von Gewalt und Terror, gleichgültig welcher Nation oder Religion sie angehören.“ Albert Schweizer sagte einmal: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“ „Wünschen wir uns, dass die Menschen in Regierungsverantwortung die stummen Prediger wahrnehmen, dann wird Versöhnung über den Gräbern möglich sein – und beständiger Frieden. Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung“, schloss der Bürgermeister.

Auf das Kommando: „Vereine senkt die Fahnen“, intonierte die Blaskapelle das Lied vom guten Kameraden und der Bürgermeister legte einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit der Bayernhymne und der Nationalhymne endete die Feier zum Volkstrauertag.

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