„Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren“ (02.01.2019)

Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren (02.01.2019)

Bürgermeister Alfons Neumeier mit den Autoren des ersten Salchinger Heftes Gerhard Schormann, Franz Dengler und Augustin Huber (von links)

Bei den „Salchinger Heften“ handelt sich um Broschüren mit verschiedenen Inhalten, in denen das umfangreiche Kulturgut der Gemeinde dargestellt wird. Das erste Salchinger Heft mit dem Titel „Flurdenkmäler“ wurde bereits anlässlich der Bürgerversammlung im November der Öffentlichkeit vorgestellt. Die 84-seitige Broschüre beinhaltet die Denkmäler im Gemeindegebiet und den von Pfarrer i.R. Ludwig Bumes 2004 in den Wäldern südlich von Oberpiebing angelegten Oberpiebinger Meditationsweg.

In seinem Grußwort zum ersten Salchinger Heft verweist Bürgermeister Alfons Neumeier auf die vom ehemaligen Pfarrer von Oberpiebing Gerhard Lecker verfasste Pfarrchronik, die 1980 vom Pfarramt Oberpiebing herausgegeben wurde. Darin heißt es: „Wir, die jetzt Lebenden, sind nicht vom Himmel gefallen. Was wir sind, wo wir sind und wie wir sind, verdanken wir größtenteils unseren Vorfahren. Ein jeder von uns trägt das Erbe vieler Generationen in sich. Auf ihnen bauen wir auf. Darum kann nur der die Gegenwart und damit sich selbst verstehen, der die Vergangenheit kennt. Ein denkender Mensch interessiert sich also dafür, wie es wohl früher war. Er interessiert sich insbesondere dafür, wie und warum unsere Heimat zu dem wurde, was sie heute ist. Geschichtsbewusstsein ist nicht nur eine edle Sache, es ist dringend notwendig, um in der Lage sein zu können, das Erbe, soweit es bewahrenswert ist, weitergeben zu können. Nichts gehört uns. Die Kommenden warten darauf!“

Feldkreuze gehören zur heimischen Flur, zum heimischen Wald, ins heimatliche Dorf. Aufgestellt oft zur Erinnerung an eine bestimmte Person, ein bestimmtes Ereignis oder auch nur als schlichtes Zeichen frommer Gottes- oder Heiligenverehrung, stehen sie oft an landschaftlich markanten Punkten oder an Stellen, an denen sich irgendetwas Bedeutendes ereignet hat. Sie beseelen unsere Fluren, weisen über das Alltägliche hinaus und laden zu kurzem Innehalten ein. Bescheiden und unaufdringlich stehen sie da, oft schon seit langer Zeit. Kreuze gemahnen uns an das, was überzeitlich oder zeitlos ist. Sie tun uns gut. Sie lassen uns still werden, weil sie uns daran erinnern, dass unser Leben vergänglich ist. Ihre, im Laufe der Jahre schlecht leserlich gewordene Inschriften sind kurz, prägnant und schlicht, aber niemals einfältig oder frömmelnd Auch Feldkreuze haben ihr Schicksal. Manche wurden im Laufe der Zeit versetzt, manche sogar mehrfach. Andere sind im Laufe der Zeit unansehnlich geworden. Übrigens, bei der Zusammenstellung des vorliegenden Heftes hat sich gezeigt, dass die Tradition Kreuze aufzustellen, bis in die heutige Zeit erhalten geblieben ist.

Mehr als neun Monate haben die Autoren des ersten Salchinger Heftes, Gerhard Schormann, Augustin Huber und Franz Dengler (alle Gemeinde Salching) recherchiert, fotografiert und gestaltet um die 31 Flurdenkmäler und den Oberpiebinger Meditationsweg, mit den sechs Stationen, in der Broschüre zu dokumentieren. Die historische Bandbreite geht von der Pestsäule um 1649 bis zum Pangerl-Hofkreuz 2018. Die reich bebilderte Broschüre ist für jene gedacht, die sich für die Geschichte Salchings interessieren, insbesondere für die Gemeindebürger, Alteingesessene und Neubürger, denen bewusst werden soll, in welch interessanten und lebenswerten Fleckchen Erde sie zuhause sind. Die beigefügte Wanderkarte soll als Motivation dienen, die Denkmäler aufzusuchen und dabei die Schönheit Salchings, sowie den Blick über den Gäuboden zum Bayerischen Wald zu genießen. Der Meditationsweg ist für jene gedacht, die in sich kehren wollen.

Gerhard Schormann, Richter a.D., Literat und „Stücklschreiber“, hat die Texte verfasst und das Vorwort geschrieben. Augustin Huber, ein ehemaliger Schriftsetzer, aus seinem unendlichen Bildarchiv stammen die meisten Fotos, einige sind neu dazugekommen. Franz Dengler, ehemaliger Buchdruckermeister und Produktionsleiter, in seinen Händen lag die Gestaltung. Nachdem die Schriftenreihe fortgesetzt wird, ist jeder, der einen Beitrag dazu liefern kann, zur Mitarbeit willkommen. Das nächste Salchinger Heft „40 Jahre Gemeinde Salching“ – eine Chronik - erscheint im Januar 2019. Weitere Titel sind: „Archäologie in der Gemeinde Salching“, „Historische Mühlen“ und „Historische Wirtshäuser“. Mögliche weitere Themen sind: Kirchen und Kapellen, Friedhöfe sowie der historische Schulbetrieb.

Die vorliegende Broschüre kann im Bürgerhaus Salching und in der Gemeindebücherei zu den bekannten Öffnungszeiten erworben werden.

Loibl-Kreuz Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren (02.01.2019)

Das Loibl-Kreuz steht beim Anwesen Ludwig Loibl in Oberpiebing. Ursprünglich 1949 von Landwirt Johann Brunner errichtet, 1971 erneuert. Hier war früher bei der Fronleichnamsprozession immer ein Evangelium.

Reiser-Kreuz Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren (02.01.2019)

Das Pfarrer-Reiser –Kreuz steht am Waldrand südlich von Oberpiebing. Am 28 Juni 1934 hat an dieser Stelle der Pfarrer einen Schlaganfall erlitten und ist zwei Tage darauf gestorben.

Wirtskreuz Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren (02.01.2019)

Das Wirts-Kreuz steht an der Straße von Oberpiebing nach Kirchmatting, bei der Abzweigung nach Matting. „Errichtet zum Gedenken an Mathias Schütz, Bauer aus Aufham, der am 10.Dezember 1867 am Heimweg vom Kirchgang hier starb.“

Pestsäule Was wir sind, verdanken wir den Vorfahren (02.01.2019)

Auf halbem Weg von Oberpiebing nach Riedling steht die Pestsäule mit dem Relief-Bild des heiligen Sebastian, von 1649, erneuert 1956. Wildeste mündliche Überlieferungen berichten von der Pest in Riedling, von Toten, die an der Pestsäule abgelegt und anderntags in Oberpiebing beerdigt wurden.

 

 

 

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