Ein alter Brauch lebt weiter – auch bei Regen und Wind: Am vergangenen Sonntag machte sich die Pfarrgemeinde Oberpiebing-Salching erneut auf zur traditionellen Wallfahrt nach Loh. Trotz ungemütlicher Witterung mit kühlen Temperaturen ließen es sich zahlreiche Gläubige nicht nehmen, an der alljährlichen Pilgerreise teilzunehmen.
Die Wurzeln dieser Wallfahrt reichen weit zurück – bis ins 15. Jahrhundert, wie Überlieferungen berichten. Einst war sie ein fester Bestandteil im religiösen Leben der Region. Im Jahr 1939 wurde sie zuletzt abgehalten. Erst 1988 belebte der damalige Piebinger Pfarrer Werner Gallmeier den alten Brauch neu – seither ist die Wallfahrt nach Loh wieder ein fester Termin im Pfarrkalender.
Besonders tapfer zeigten sich jene Pilger, die trotz des schlechten Wetters um sieben Uhr in Oberpiebing losgingen, ein Zeichen tiefer Verbundenheit mit der Tradition und dem Glauben. Ein Teil schloss sich dieser Gruppe in Irlbach an.- Der andere Teil der Kirchenbesucher kam mit dem Auto nach Loh. In der Kirche hielt Pfarrer Dr. Edmund Chika Onah seine erste Sonntagspredigt zum Evangelium: „wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?“. Jesus sagt, nicht sieben, sondern siebenundsiebzigmal. Pfarrvikar Edmund meinte, wir sollen den ersten Schritt tun, vielleicht ein Anruf, ein Gespräch, ein „ tut mir leid“. Nehmen wir die Bereitschaft mit, einander zuzuhören, und zu vergeben. Festlich umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor unter der Leitung von Wolfgang Krinner und Gerhard Schormann an der Orgel.
Im Anschluss an den Gottesdienst lud das nahegelegene Gasthaus Huber zu einem gemeinsamen Mittagessen ein – eine willkommene Gelegenheit, um sich aufzuwärmen, ins Gespräch zu kommen und den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.
Text/Bild: Franz Dengler