„Das schaff’ ich schon alles“ – ein gefährlicher Irrtum

Text/Bild: Franz Dengler

„Das schaff’ ich schon alles – irgendwie … Burnout – ich doch nicht!“ – unter diesem bewusst provokanten Titel stand ein Vortrag, zu dem der Katholische Deutsche Frauenbund Oberpiebing–Salching ins Pfarrheim eingeladen hatte. Zahlreiche Besucherinnen folgten der Einladung und erlebten einen ebenso informativen wie praxisnahen Abend.

Als Referentin konnte Carolin Ploner aus Kelheim gewonnen werden. Die Kindergartenleiterin in Elternzeit ist zudem als Burnout-Beraterin tätig und bietet Seminare rund um Stressbewältigung und Prävention an. Mit viel Einfühlungsvermögen und anschaulichen Beispielen führte sie in das Thema ein.

Zu Beginn erläuterte Ploner die Unterschiede zwischen Stress und Burnout. Stress, so erklärte sie, sei zunächst eine normale Reaktion des Körpers auf Belastung. Problematisch werde es jedoch, wenn Erholungsphasen fehlten und die Anspannung zum Dauerzustand werde. Entscheidend sei daher, Stresssituationen frühzeitig zu erkennen und bewusst gegenzusteuern.

Besonders eindrucksvoll war ihr Vergleich mit einem Tourenradfahrer: Wer eine längere Strecke bewältigen wolle, brauche ein klares Ziel, müsse seine Kräfte gut einteilen, Schwachstellen kennen und Hindernisse im Blick behalten. Ebenso wichtig sei eine Belohnung am Ende der Etappe. „Ohne Pausen und ohne Ziel verliert man irgendwann die Kraft“, betonte die Referentin.

Neben theoretischem Hintergrundwissen gab es auch konkrete Hilfestellungen für den Alltag. Techniken wie der „Gedankenstopp“, das bewusste Verlassen einer belastenden Situation, tiefes Durchatmen oder die Neubewertung einer Stresslage können helfen, akute Anspannung zu reduzieren. Ebenso spiele die präventive Gesundheitsvorsorge eine große Rolle. Autogenes Training, Atemübungen, Yoga oder andere Entspannungsmethoden könnten dabei unterstützen – wobei jeder seine ganz persönliche Form der Entspannung finden müsse.

Ob im privaten Umfeld, im Ehrenamt oder im Beruf: Die Anforderungen seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, so Ploner. Umso wichtiger sei es, auf die eigenen Warnsignale zu achten und sich regelmäßig Auszeiten zu gönnen. Krankenkassen unterstützten entsprechende Präventionsangebote teilweise finanziell, und das Kursangebot sei vielfältig.

Am Ende des Abends nahmen die Teilnehmerinnen nicht nur wertvolle Impulse, sondern auch die Erkenntnis mit, dass Selbstfürsorge kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Ein Thema, das viele bewegt – und das an diesem Abend im Pfarrheim auf großes Interesse stieß.